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Durch die schwarze Brille: Wissensdefizite zur Erkrankung Depression

Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl. Foto: Stefan Straube

Für Menschen mit einer Depression gibt es eine goldene Regel: Während der Erkrankung sollten sie keine wichtigen Entscheidungen treffen. „Sie sehen alles durch die schwarze Brille und verwechseln leicht die Kausalitäten“, warnt Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und deutschlandweit anerkannter Experte für diese „häufige, schwere, aber gut behandelbare Erkrankung“. Obwohl der Burnout-Boom psychische Leiden „salonfähig“ gemacht hat, beklagt der Professor für Psychiatrie und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig Wissensdefizite im Umgang mit der Erkrankung – insbesondere am Arbeitsplatz. Im Interview anlässlich seines Keynote-Vortrags auf der Fachmesse Corporate Health Convention 2016 spricht er über Merkmale und die Behandlung von Depression, typisch deutsche Herangehensweisen und den Motor, der ihn antreibt.

Herr Professor Hegerl, eine Art „graues Gefühl“ kennt wohl jeder von uns. Ab wann handelt es sich um eine Erkrankung?

In einer Depression verändert sich das ganze Leben. Manche Patienten sagen, dass ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Nicht nur die Stimmung ist getrübt, sondern es besteht eine tiefsitzende Unfähigkeit, irgendeine Freude zu empfinden. Farben, Musik, positive Ereignisse – das alles erreicht einen nicht mehr. Man hat ein beklemmendes Gefühl der Erschöpfung, man neigt zu Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen. Es bestehen fast immer Schlafstörungen: Betroffene schlafen schlecht ein, können meistens nicht durchschlafen und liegen ab den frühen Morgenstunden grübelnd im Bett. Appetitstörungen sind ebenfalls verbreitet, oft verbunden mit mehreren Kilogramm Gewichtsverlust. Es schmeckt einfach nichts.

Noch ein entscheidendes Merkmal ist die Hoffnungslosigkeit. Betroffene haben das Gefühl, sie stecken in einer Sackgasse, aus der sie nicht mehr rauskommen. Damit sind dann oft Suizidgedanken assoziiert: Als einziger Ausweg erscheint, sich das Leben zu nehmen. Deswegen ist Depression eine schwere Erkrankung. Die Lebenserwartung ist um zehn Jahre reduziert und der Leidensdruck ist höher als bei fast allen anderen Erkrankungen. Es ist eine häufige, schwere, meistens rezidivierend verlaufende Erkrankung.

 Was heißt das Letztere?

Rezidivierend heißt, dass jemand, der schon einmal eine depressive Episode durchgemacht hat, ein hohes Risiko trägt, zu einem späteren Zeitpunkt seines Lebens erneut in eine Depression zu rutschen. Manch einer hat als Student eine Depression, dann während er arbeitet und dann wieder in der Rente. Das heißt, es besteht eine Veranlagung zu dem speziellen Zustand Depression.

Wie lässt sich eine Depression gegenüber Trauer oder anderen seelischen Belastungen abgrenzen?

Bei schweren Depressionen können die Erkrankten nicht nur keine Freude, sondern gar keine Gefühle mehr wahrnehmen, auch keine Trauer. Der Fachausdruck ist „Gefühl der Gefühllosigkeit“. Die Menschen fühlen sich innerlich wie versteinert. Hinzu kommt ein permanentes Gefühl der Erschöpfung und der inneren Anspannung, vergleichbar mit dem Gefühl vor einer Prüfung.

Es gibt eine Reihe weiterer Merkmale, die dem Fachmann eine klare Abgrenzung erlauben, ob es sich um eine nachvollziehbare Reaktion auf schwierige Lebensumstände handelt oder um eine Erkrankung. Man spricht erst von einer Depression, wenn mehrere Krankheitszeichen über mindestens 14 Tage permanent bestehen.

 Wo sehen Sie die Ursachen?

Entscheidend ist eine Veranlagung, genetisch bedingt oder auch durch Traumatisierungen und Missbrauchserlebnisse in frühen Lebensabschnitten hervorgerufen. Wenn diese Veranlagung ausgeprägt ist, reichen schon geringe Anlässe – etwas Frust, eine kleine Überforderungssituation, um in eine Depression hineinzurutschen. Oft lassen sich aber auch gar keine konkreten Auslöser erkennen.

Man neigt grundsätzlich dazu, den äußeren Faktoren eine stärkere Bedeutung beizumessen. Es findet sich ja auch immer etwas: Konflikte in der Partnerschaft oder anstehende Ereignisse, die einem Sorgen bereiten. Die Depression nimmt sich diese negativen Themen, vergrößert sie, rückt sie ins Zentrum und blendet alles weitere, vor allem positive Dinge, aus.

In Wirklichkeit sind diese äußeren Faktoren aber oft gar nicht so entscheidend. In einer Depression fühlt man sich beispielsweise von seiner Arbeit überfordert. Behandelt man die Erkrankung, wirkt die Arbeit wieder normal – manchmal ein bisschen anstrengend, manchmal nervig, aber grundsätzlich okay. Das muss man wissen, um keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. In einer Depression sollte man niemals wichtige Entscheidungen treffen. Das ist eine goldene Regel, weil Betroffene alles durch die schwarze Brille sehen.

 Die Zunahme psychischer Erkrankungen wird im Zusammenhang mit den gewachsenen Anforderungen in der neuen Arbeitswelt, sprich erhöhtem Stress und Leistungsdruck, gesehen. Spielen diese Faktoren keine Rolle?

Bevölkerungsuntersuchungen zeigen, dass Depressionen heute nicht häufiger auftreten als vor zehn oder zwanzig Jahren. Was zugenommen hat, ist die Zahl der Menschen, bei denen diese psychische Erkrankung erkannt und behandelt wird. Vor 30 Jahren verzeichneten die Statistiken 9 Prozent Frühberentungen wegen psychischer Erkrankungen, heute sind es 42 oder 43 Prozent. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, denn Menschen kommen aus ihrer Isolation heraus und suchen sich Hilfe. Dies dürfte auch der Hauptgrund sein, dass im gleichen Zeitraum sich die Zahl der Suizide von 18.000 vor 30 Jahren auf nunmehr 10.000 verringert hat. Das heißt, eine ganze Kleinstadt nimmt sich weniger das Leben!

Insgesamt gesehen haben übrigens Frühberentungen auch gar nicht zu- sondern abgenommen. Es ist nur eine Diagnose-Verbschiebung: Früher waren auch viele Menschen frühberentet, aber wegen chronischer Rückenschmerzen oder Tinnitus oder Migräne oder dergleichen. Heute bekommen sie die richtige Diagnose oder müssen nicht frühberentet werden, wenn sie eine konsequente Behandlung erhalten.

 Die Entwicklung ins Rollen gebracht hat offenbar der Burnout-Boom: Inzwischen ist es kein Tabu mehr, psychische Belastungen zu thematisieren. Kommt Ihnen das entgegen oder erschwert das eher das Verständnis von der Krankheit Depression?

Das ist eine gute Frage, denn diese Entwicklung hat wirklich zwei Seiten. Zum einen hat das Thema Burnout bei einigen Menschen mit schweren Depressionen die Schwelle reduziert, sich Hilfe zu holen. Unter diesem Label kann man eben leichter zum Arzt gehen, das klingt einfach besser. Trotzdem handelt es sich um eine sehr, sehr ungute Mode-Bezeichnung. Die Diagnose Burnout gibt es ja gar nicht, damit kann jeder bezeichnen, was er möchte. Die meisten Menschen, die wegen einem sogenannten Burnout eine Auszeit nehmen, erfüllen alle Diagnosekriterien einer Depression.

Auch die Vorstellung, dass man in diesen Zustand kommt, weil man zu viel arbeitet, trifft in der Regel nicht zu. Das Erschöpfungsgefühl kommt durch die Depression, nicht die Arbeit. Länger zu schlafen wäre meist auch eine schlechte Idee. Ist es eine Depression, dann hilft zur Überraschung der Betroffenen Schlafentzug, um das Erschöpfungsgefühl loszuwerden. Abzuraten ist auch, bei Vorliegen einer Depression in den Urlaub zu fahren. Die Depression reist mit in den Urlaub und geht dadurch nicht weg. Aus der Annahme, dieser Zustand habe mit Überarbeitung zu tun, zieht man eben sehr leicht die falschen Schlussfolgerungen.

Burnout ist überhaupt überwiegend ein deutschsprachiges Phänomen: Wenn Sie in Google-Trend nach dem Begriff Burnout suchen, kommen Sie auf Deutschland und Österreich. Der Rest der Welt betreibt keine große Diskussion zu dem Thema, jedenfalls nicht vergleichbar mit uns.

 Womöglich ist das der deutsche Weg, ein entspannteres Verhältnis zur Psychiatrie zu bekommen. In der älteren Generation hierzulande war der „Seelenklempner“ ja allenfalls was für Verrückte.

Auch heute gibt es noch viele Wissensdefizite. Wenn Sie wählen können, ob sie eine Blinddarmentzündung oder eine Depression als Erkrankung angeben sollen, nehmen sie lieber die Blinddarmentzündung. Immer noch wird Depression oft als Reaktion auf schwierige Lebensumstände und nicht als eigenständige Erkrankung, die jeden treffen kann, angesehen. Es hat sich aber viel verbessert, die Leute sind besser informiert, gehen offener damit um, was man auch daran sieht, dass die Diagnose häufiger gestellt wird. Dass sich hier etwas zum Besseren ändert sehen Sie auch daran, dass die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bei ihrer Arbeit von der Deutsche Bahn Stiftung unterstützt wird, das heißt mit der DB wendet sich erstmals ein großes Unternehmen dem Thema Depression als einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu.

 Nochmal zur Rolle der Arbeit: Sie macht nicht krank, sondern könnte sogar helfen, die Gesundung zu fördern? Habe ich das richtig verstanden?

In der Regel ist das so. Natürlich kann bei einem Menschen mit einer Veranlagung zur Depression diese durch extremes Mobbing oder eine chronische Überforderung getriggert werden. Aber ich sehe ja permanent Patienten mit Depression und habe selten das Gefühl, die Arbeit ist schuld an ihrem Zustand.

 Wie belastbar sind denn diese Menschen dann noch? Sie raten ja, nicht voreilig zu kündigen, aber wenn es am Arbeitsplatz nicht mehr läuft, führt das doch auch zu Problemen?

Da gibt es eine breite Palette von Situationen. Depressive sind oft Leistungsträger im gesunden Zustand, übernehmen Verantwortung, sind für andere da. Insofern kenne ich Beispiele dafür, dass Arbeitgeber einem geschätzten Mitarbeiter in einer depressiven Phase entgegenkommen, indem sie dessen Arbeitspensum deutlich reduzieren. So kann der Mitarbeiter im Rhythmus bleiben, bis die ambulante Behandlung anschlägt. Das ist oft besser als grübelnd zu Hause im Bett zu liegen. Aber das geht natürlich nicht immer. Da muss ein Vertrauensverhältnis herrschen und die Arbeit muss das erlauben.

 Das wäre eher ein Idealfall…

Wenn die Depression sehr schwer ist, wird das auch nicht mehr gehen: Menschen mit sehr schwerer Depression stehen nicht einmal mehr auf zum Essen und Trinken. Aber bei einer mittelschweren oder leichten Depression kann das ein guter Weg sein.

Generell ist es so: Menschen, die Arbeit haben, haben im Schnitt seltener eine Depression als Menschen, die arbeitslos sind. Besonders hohe Depressionsraten, das haben wir untersucht, gibt es unter älteren Langzeitarbeitslosen. Das kommt daher, dass Menschen mit einer Depressionserkrankung sehr leicht ihre Arbeit verlieren und dann große Schwierigkeiten haben, wieder reinzukommen. Sie sind nicht, wie oft gedacht wird, depressiv wegen der Arbeitslosigkeit, sondern es ist eher andersrum.

Um hier Abhilfe zu schaffen, haben wir ein Konzept entwickelt: das psychosoziale Coaching. In den Jobcentern sitzen PsychologInnen, die bei der Uni, in diesem Fall Leipzig, angestellt sind. Wenn Jobvermittler, die entsprechend geschult worden sind, erkennen, dass bei einem Klienten eine psychische Erkrankung ein Vermittlungshemmnis in den Arbeitsmarkt ist, dann können sie ihn gleich weiterleiten zur Beratung. Die PsychologInnen stellen eine Diagnose und prüfen, ob die Menschen in sachgerechter Behandlung sind. Dies ist meist nicht der Fall und dann übernehmen sie eine Lotsenfunktion, indem sie diesen Personen helfen, möglichst rasch in die richtige Behandlung zu kommen. Es ist ja wichtig zu wissen, an wen man sich wenden muss, wer zuständig ist und wo man möglichst rasch unterkommt.

Das ist ein sehr erfolgreiches Modell, das inzwischen von mehreren Jobcentern in Deutschland aufgegriffen wurde. Die meisten Menschen denken ja, wenn jemand wieder in Arbeit kommt, geht die Depression schon von alleine weg. Aber es ist eben meist genau umgekehrt: Man muss zunächst die Depression behandeln, dann hat der Mensch auch bessere Chancen, wieder in Arbeit zu kommen. Meistens haben sie die Arbeit ja wegen einer Depression verloren.

 Vor kurzem hat sich der Absturz der Germanwings-Maschine gejährt. Angeblich war der Copilot, der die Katastrophe herbeigeführt hat, depressiv und bei etlichen Ärzten vorstellig. Ist die Krankheit unberechenbar?

Ich kann nicht beurteilen, welche Erkrankung vorlag und ob dieser Mensch richtig und konsequent behandelt worden ist. Bei solchen extrem singulären Ereignissen sollten verantwortungsvolle Menschen jedoch nicht überreagieren mit negativen Konsequenzen, die viel mehr Tote verursachen als sie verhindern. Ich habe ja schon erwähnt, dass es vor 30 Jahren jeden Tag etwa 25 Suizide mehr gab als heute. Warum? Weil Betroffene sich nicht mehr so verstecken müssen. Wenn wir jetzt ein Berufsverbot oder eine Unterhöhlung der ärztlichen Schweigepflicht aus diesem schrecklichen Ereignis ableiten, dann werden sich Menschen mit Depression nicht mehr vertrauensvoll an ihren Arzt wenden, erhalten dann keine Hilfe und es wird wieder mehr Suizide geben. Das heißt, wir werden mehr und nicht weniger Tote haben. Es ist Aufgabe von verantwortungsvollen Menschen, das zu erkennen und deshalb nicht auf dieser sehr verständlichen Empörungs- oder Sorgenwelle zu reiten.

 Was empfehlen Sie denn unter Kollegen? Sollten sie jemanden darauf ansprechen, wenn er einen depressiven Eindruck auf sie macht?

Das gebietet eigentlich schon die reine Mitmenschlichkeit. Wenn ich sehe, einem geht’s schlecht – auch als Personalverantwortlicher – sehe, der lacht nicht mehr, der geht nicht mehr in die Kantine, der bringt die Leistung nicht, der zieht sich zurück, dann würde ich sicher ein Gespräch mit ihm führen. Bei Alkoholmissbrauch ist das ja auch so. Wenn jemand mehrmals mit einer Fahne kommt, muss ich darauf reagieren und ihm nahelegen, sich behandeln zu lassen.

Das Problem ist, dass sich viele unsicher fühlen, wie man so ein Gespräch führt oder was man überhaupt empfehlen kann. Wer ist für die Behandlung zuständig, der Psychologe, der Psychiater, der Neurologe? Da fehlt noch Basiswissen. Beim Thema Alkoholsucht hat man das inzwischen, es gibt Gesprächs- und Handlungsleitfäden dazu. Aber bei der viel häufigeren Erkrankung Depression bestehen noch viele Wissensdefizite. Unternehmen machen hier zwar schon etwas, aber meistens in Richtung Stressreduktion. Das tut uns zwar allen gut, aber damit wird man kaum Depressionen verhindern.

Sind Arbeitgeber nicht damit überfordert, dieses medizinische Wissen aufzubieten?

Der Personalverantwortliche muss keine Diagnose stellen, er sollte aber beispielsweise sagen: „Ich mache mir Sorgen um Sie. Ich glaube Sie brauchen professionelle Hilfe. Kann ich Ihnen dabei helfen, einen Termin bei Ihrem Hausarzt zu vereinbaren?“ Das ist ganz normale Fürsorge. Sie scheitert jedoch an diesen Wissensdefiziten und Unsicherheiten bezüglich psychischer Erkrankungen. Depression ist dabei eine Schlüsselerkrankung, die wegen ihrer Schwere, Häufigkeit und guten Behandelbarkeit deutlich heraussticht.

 In der Regel wird eine Depression medikamentös behandelt. Vielleicht ist das auch eine Hemmschwelle für Betroffene?

Ganz klar: 70 Prozent glauben zum Beispiel, Antidepressiva machen süchtig. Das stimmt jedoch nicht. Es gibt auch keinen Drogenschwarzmarkt dafür. Ich werde auch nicht high davon oder muss ständig die Dosis steigern. Antidepressiva verändern auch nicht die Persönlichkeit. Hier gibt es unberechtigte Sorgen.

 Zusammen mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe treten Sie ja dafür an, das nötige Wissen über die Krankheit zu verbreiten – demnächst auch auf der Corporate Health Convention. Doch wie ist das für Sie selbst: Hat es keine Sogwirkung, wenn Sie ständig Menschen leiden sehen?

Die Behandlung von Menschen mit Depressionen ist sehr befriedigend. Diese Menschen kommen zu uns in die Klinik, sind verzweifelt und wenn sie herausgehen, geht es ihnen in der Regel deutlich besser. Bei sehr vielen klingt die Depression völlig ab und sie leben wieder wie wir alle mehr oder weniger vergnügt vor sich hin. Auch ist es leicht, mit den Betroffenen Sympathie zu haben. Depressiv Erkrankte sind meist verantwortungsvolle, rücksichtsvolle, eher mitfühlende Menschen, die oft für andere da sind. So gesehen passt die schreckliche Tat des Copiloten auch nicht zu der Diagnose Depression. Es fällt nicht schwer, depressive Menschen zu behandeln und mit Wohlwollen auf ihrem Weg zu begleiten.

Interview: Petra Jauch, Pressereferentin von spring Messe Management

 

–Veranstaltungstipp–

Keynote-Vortrag von Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl:
Psychische Erkrankungen und „Burnout“: Irrtümer und Fakten zu unternehmensinternen gesundheitsfördernden Maßnahmen
Corporate Health Convention, Messe Stuttgart, Halle 4, Forum C
Dienstag, 10. Mai 2016, 10.35 bis 11.15 Uhr

 

Über Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl

Ulrich Hegerl (* 05.06.1953) ist Professor für Psychiatrie und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig . Nach dem Medizinstudium in Erlangen und Rennes (Frankreich) sowie klinischer und wissenschaftlicher Tätigkeit an der Psychiatrischen und Neurologischen Klinik der Freien Universität Berlin sowie der Psychiatrischen Klinik der Ludwig Maximilians-Universität München erhielt Professor Hegerl im Jahr 2006 den Ruf als Direktor der Klinik für Psychiatrie und Lehrstuhlinhaber an die Universität Leipzig. Er leitete als Sprecher das bundesweite Forschungsnetzwerk „Kompetenznetz Depression, Suizidalität“ und entwickelte die hier entstandenen Aktivitäten unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (www.deutsche-depressionshilfe.de) weiter, der er seitdem als Vorstandsvorsitzender vorsteht. Er leitete und leitet mehrere europäische Verbundprojekte zum Thema Depression und Suizidprävention wie aktuell das Forschungsnetzwerk „European Alliance Against Depression“ (www.EAAD.net).

Professor Hegerl publizierte bislang mehr als 500 wissenschaftliche Arbeiten erhielt mehrere wissenschaftliche Auszeichnungen, unter anderem den Hermann-Simon-Preis für Sozialpsychiatrie für das Projekt „Nürnberger Bündnis gegen Depression“ und den „European Health Award“ (1. Preis) für das Projekt „European Alliance against Depression“. Prof. Dr. Ulrich Hegerl ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer.

 

 

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6 Comments

  1. Durch die rosa Brille:
    Es gibt mittlerweile viele Studien, die den Zusammenhang zwischen Stress und Depressionen belegen? Letztes Jahr hat ein Forscherteam aus Toronto entdeckt, dass Depressionen mit hohen Entzündungswerten im Gehirn einhergehen und durch Dauerstress hervorgerufen werden.
    https://www.work8sam.de/stress-fuehrt-zu-hyperaktivem-immunsystem/
    Wenn Stress eine Ursache der Depression ist, dann sind Stressbewältigungstrainings doch genau die richtige Prävention. Oder welche Prävention würden Sie einem Unternehmen empfehlen?

    • Guten Tag Frau Frieser, vielen Dank für Ihren Kommentar! Strategien und Trainings für einen besseren Umgang mit Stress sind sicher hilfreich und spielen eine entsprechend große Rolle im Messegeschehen. Auf realistische Ziele und vielversprechende Ansätze für unternehmensinterne, gesundheitsfördernde Maßnahmen in Hinblick auf die Erkrankung Depression geht Prof. Dr. med. Ulrich Hegerln in seinem Keynote-Vortrag ein.

      • Vielen Dank Frau Jauch, dann bin ich gespannt auf den Vortrag.

        • Es darf nicht bei einem Gefühl von Prof. Hegerl bleiben, ob Arbeitsbedingungen ursächlich für die Depression sind oder nicht. Das Thema ist viel zu brisant, das hat die Messe gezeigt. Unternehmensvertreter brauchen konkrete Handlungshilfen, wie sie mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz umgehen sollen. Genau da sind die Experten gefragt. Eine Wiedereingliederung in die Arbeit ist sicher sehr hilfreich. Aber noch wichtiger ist die Fragestellung, ob der Mitarbeiter die psychischen Arbeitsbelastungen weiterhin aushält oder ob diese verändert werden müssen. Die Rückfallwahrscheinlichkeit bei einer Depression liegt immerhin bei 50% nach der ersten Episode. Eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen könnte maßgeblich dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu einer Erkrankung kommt. Da gibt es auch nach Ansicht der DGPPN in Deutschland dringenden Handlungsbedarf.
          https://www.work8sam.de/ordnungswidrigkeit-bei-fehlender-gefaehrdungsbeurteilungfaehrdungsbeurteilung/

  2. Dauerstress war leider auch bei mir der Auslöser…

  3. Die Ursache hinter der Ursache ist sehr oft eine Belastung mit Schwermetallen.
    Daraus resultieren dann angebliche psychosomatische Krankheitsbilder ,psychische Probleme wie
    Depressionen und körperliche Symptome jeglicher Art ,ich habe es selbst durch.
    Nach der Ausleitung verschwanden komischer Weise alle meiner Symptome nach und nach.
    Aber diese Ursachen hinterfragt kein Arzt, im Sinne der Pharmaindustrie werden die Symptome
    behandelt und der Körper noch weiter geschädigt..
    Am besten eigenen sich Chlorella – Algen für die Ausleitung von Schwermetallen.
    Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dieser Bio-Chlorella –Alge gemacht , gibt’s nur bei AMAZON:
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    Einfach ausprobieren ,die allermeisten Leute wissen nichts von diesem Problem , Sie werden sich wundern,welche Dinge sich plötzlich in Luft auflösen. Mein Blutdruck ist seither bei 125 : 75 , so ganz nebenbei.

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