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Bewerber-Magnet dank digitalem Mindset? Wie Arbeitgeber im Recruiting punkten

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Die Außendarstellung als digitaler Vorreiter ist nicht so schwer. Foto: gratisography.com

Wie das Kaninchen vor der Schlange – so gebärden sich weite Teile der deutschen Wirtschaft im Angesicht der Digitalen Transformation: Man hat bereits verstanden, dass der Wandel nicht mehr aufzuhalten ist, aber Angst davor, angegriffen oder gar gefressen zu werden, Stichwort Disruption. Eine richtige Strategie, um sich zu wehren oder selber anzugreifen, haben die meisten Unternehmen noch nicht gefunden. Um die Zukunft in Angriff zu nehmen, braucht es zudem die richtige Mannschaft. Doch gerade im Recruiting versagen Arbeitgeber noch oftmals in ihrer Außendarstellung. Dabei gibt es viele einfache Möglichkeiten, von Bewerbern in Sachen Digitalisierung am Puls der Zeit wahrgenommen zu werden.

#Recruiting Arbeitgeber versagen in Außendarstellung, wenn #HR vor der #Digitalisierung Angst hat #Psued17 Klick um zu Tweeten

Immer wieder berichten mir Führungskräfte, dass sie gar nicht so richtig wissen, welche Fähigkeiten neue Mitarbeiter mitbringen müssen, um den digitalen Wandel mitzugestalten. Umso wichtiger ist es, dass sich Personal- und Recruiting-Verantwortliche ihrer Multiplikator-Wirkung bewusst sind, an den eigenen digitalen Fähigkeiten arbeiten und der Führungsetage Feedback geben!

Geld verbrennen ohne Wirkung – keine Seltenheit

Die Digitalisierung treibt auch im HR-Bereich ihre Blüten. Besonders gerne wird mit Algorithmen geworben, ohne dass Non-Tech-Mitarbeiter verstehen würden, was da wirklich passiert. Leider macht das die eigentliche Sache nicht einfacher. Ähnlich wie im Sales-Bereich ist es auch im Außenkontakt mit Bewerbern wichtig, die eigene Zielgruppe zu kennen und zu verstehen wie diese tickt, wie sie sich ansprechen und im besten Fall zu einem Jobwechsel bewegen lässt. Hinzu kommt die soziale Interaktion, die gerade bei diesem Thema für beide Seiten besonders heikel ist.

Arbeitgeber punkten nur als #digital Minds, wenn die Usability bei der #Bewerbung stimmt @CdtConsulting Klick um zu Tweeten

Gespräche mit Freunden in technischen und nicht-technischen Berufen zeigen: Fehlgeleitete Online-Anzeigen, komplizierte Bewerbungsplattformen, unangebrachte Assessment-Center-Aufgaben, unverschämte Cold-Calling-Überfälle und schlecht vorbereitete Bewerbungsgespräche von Seiten des Unternehmens sind nicht die Lösung. Ähnlich wie bei einer Website muss auch bei einer Recruiting-Strategie die Usability – die Nutzerfreundlichkeit – stimmen. Ist dies nicht der Fall, hat das gerade für die Aufgabenbereiche Programmierung, IT-Infrastruktur und Digitale Transformation weitreichende Auswirkungen und kann dazu führen, dass eine ganze Menge Geld verbrannt wird, ohne dass der digitale Wandel im Unternehmen einen Schritt weiterkommt.

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Viele Betriebe verzagen angesichts der Digitalisierung. Foto: gratisography.com

Grundlagen fürs Recruiting: Bereitschaft für Neues ist schon viel

Dabei ist in Zeiten von Social Media und Business-Plattformen kein großer Aufwand mehr nötig, ein eigenes Netzwerk aufzubauen, sich in einer bestimmten Szene zu positionieren, passende Kandidaten gezielt anzusprechen und Bewerber schon vor dem ersten persönlichen Kontakt kennen zu lernen. Das geht auch ohne spezielle Software oder umfangreiches Recruiting-Budget. Wichtig ist vor allem ein digitales Mindset. Wer sich darauf einlassen kann, auch mal neue Denkpfade zu beschreiten und das “Wir haben das schon immer so gemacht!“ hinter sich zu lassen, hat bereits eine ganze Menge erreicht. Für eine smarte Außendarstellung der Personalabteilung und des gesamten Unternehmens genügen dann schon minimales Wissen zum Umgang mit den relevanten Business- und Social-Media-Kanälen, ein paar Grafik- und Bildbearbeitungsgrundlagen sowie ehrliches Interesse, Zeit für Interaktion und eine gute Beobachtungsgabe.

Jenseits der Stellenanzeige: Kontaktangebote machen

Wer einen Schritt weitergehen möchte, kann mit Hilfe von Webdesign, Content-Strategien und Rohdaten-Analysen zusätzliche wertvolle Erkenntnisse über Bewerber erhalten. Hier geht es dann nicht mehr alleine darum, die offensichtlichen Informationen zu interpretieren, sondern Interessenten und Bewerbern ganz gezielte Angebote zu machen, etwa in Form von Links, um aufgrund einer Nutzer-Verhaltens-Analyse die eigenen Recruiting-Aktivitäten zu optimieren. Häufig reicht eine Job-Anzeige alleine nicht aus, um eine Stelle attraktiv erscheinen zu lassen. Zudem wird der Bewerber häufig ganz bewusst nicht motiviert, den direkten Kontakt zu suchen – aus Zeit- und Geld-Gründen. Wer will schon mit jedem Interessenten tatsächlich telefonieren, mailen oder chatten? Gerade wer Probleme hat, passende Fachkräfte zu finden, sollte sich hier dann aber mindestens Zeit für ein kleines Zusatzangebot nehmen, um Fachkräfte auf Jobsuche abzuholen und direktes Feedback über Metadaten zu erhalten.

In Zeiten von #arbeiten40 als Arbeitgeber punkten: Wichtig ist vor allem ein digitales Mindset #Psued17 Klick um zu Tweeten

Oberstes Gebot: Du sollst Mitarbeiter- und Bewerberdaten schützen!

Höchste Priorität für alle Strategien, die mit den Daten anderer Menschen zu tun haben: Es braucht von Anfang an eine ordentliche Datenschutz- und Sicherheits-Strategie und es kann auch nicht schaden, diese offen zu kommunizieren. Seien Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst. Wenn es geht, vermeiden Sie selbst das Notieren von Informationen und vor allem das Speichern von Daten solange wie möglich und seien Sie sich bewusst, dass gerade Personal-Daten eine heikle Angelegenheit sind – bereits weit vor dem Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses!

Recruiter und Manager: Ran an die (minimalsten) digitalen Skills

Was sich im Tech-Bereich schon durchgesetzt hat, gilt auch für den Personal-Bereich: Die Digitalisierung lehrt uns lebenslanges Lernen! Ganz besonders, wenn ein Unternehmen dringend auf Fachkräfte angewiesen ist, sollten Recruiter und auch Manager bedenken: Sie können Bewerber schon mit minimalen digitalen Fähigkeiten beeindrucken. Dies zeigt dem Gegenüber, dass der digitale Wandel im neuen Team zumindest ernst genommen wird. Leider funktioniert es auch anders herum. Nicht selten berichten mir etwa Software-Entwickler von Bewerbungsgesprächen, bei denen am Ende niemandem so richtig klar war, was man voneinander wollte. Die Unternehmensvertreter konnten nicht die richtigen Fragen stellen und der Bewerber hatte das Gefühl, man habe gar keine Ahnung, was er eigentlich macht.

Recruiter, die keine Ahnung davon haben, was ITler machen? Keine Seltenheit! #recruiting #digitalisierung Klick um zu Tweeten

Digitale Fähigkeiten und Datenkompetenz in Management und Personalabteilung sind also aus mehreren Perspektiven empfehlenswert. Fangen Sie doch gleich einmal damit an und Sie werden sehen, dass sich Ihnen besonders im Datenbereich eine ganz neue Welt eröffnet. Ihre eigenen Erfahrungen werden Sie zudem in die Lage versetzen, auf einer tieferen Wissensebene mit Bewerbern zu kommunizieren und so einen wesentlich besseren Eindruck auf Fachkräfte zu machen. Zudem erlaubt es Ihnen, als Botschafter der Digitalen Transformation innerhalb Ihres Unternehmens zu agieren und auch Ihre Vorgesetzten und Kollegen davon zu überzeugen, sich neue digitale Fähigkeiten anzueignen. Denn Digitale Transformation kann nur gemeinsam gelingen!


Über die Autorin

PP-ToepferDie Bloggerin (Digitalisierung jetzt!) und Programmiererin Carolin Desirée Töpfer unterstützt Unternehmen dabei, nachhaltige Strategien für die Digitale Transformation zu entwickeln. Nach einem Politik-Studium und fünf Jahren Erfahrung in verschiedenen internationalen Unternehmen, machte sie sich als Beraterin selbständig: Fehlendes Verständnis für Zukunftstechnologien in den Führungsetagen, Generationen-Konflikte, Datensicherheit oder Nachholbedarf in Bezug auf die Infrastruktur – die Digitalstrategin Töpfer setzt als Sparring-Partner da an, wo Unternehmen in Sachen Digitalisierung gerade stehen. Sie hilft bei der zeitnahen und kosteneffizienten Umsetzung der ersten Schritte hin zu einer digitalen Kultur. Töpfer propagiert zudem lebenslanges Lernen und verkörpert dies selbst: Nicht nur in Form von eigenen (Metadaten-)Projekten, sie hat auch wieder ein neues Studium aufgenommen – dieses Mal Informatik.

Veranstaltungstipp

Keynote-Vortrag von Carolin Desirée Töpfer auf der PERSONAL2017 Süd:
„Digitalisierung jetzt! Wie Sie Ihr Unternehmen in die Zukunft führen“
Mittwoch, 10. Mai 2017, 11:30 – 12:15 Uhr, Praxisforum 2 – Halle 1, Messe Stuttgart

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1 Comment

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag Frau Töpfer! Das Thema Digitalisierung und digitales Mindset treibt uns derzeit alle um. In Ihrer Überschrift nennen Sie diesen Begriff wie selbstverständlich, definieren ihn aber nicht. Ich habe mir am Wochenende mal die Mühe gemacht etwas tiefer zu recherchieren und einen Definitionsversuch unternommen. Möglicherweise ist diese Ergänzung hilfreich:
    https://persoblogger.wordpress.com/2017/03/19/definition-digitales-mindset-was-ist-das-und-welche-bedeutung-hat-es-fuer-personaler-und-bewerber/

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