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„Google for Jobs“: Ein Angriff auf die Online-Jobbörsen?

Pexels.com

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Der Internetriese Google betritt Neuland: In den Vereinigten Staaten ist seit kurzem „Google for Jobs“ online. Damit ergänzt der Konzern sein bisheriges Suchangebot um Stellenzeigen. Welche Folgen wird dieser Schritt für die bisherigen Marktführer wie Indeed, Stepstone und Linkedin haben? Wird Google die Jobsuche revolutionieren?

 Zugrunde liegt das bekannte Such-Prinzip des Unternehmens. Dabei greift das System Angebote von anderen Stellenbörsen auf und teasert diese prominent in der Ergebnisliste an. Mit Hilfe der Cloud „Jobs API“ werden die Suchergebnisse verglichen, organisiert und strukturiert. Der intelligente Algorithmus erkennt, dass es für gleiche berufliche Tätigkeiten unterschiedliche Bezeichnungen gibt, beispielsweise Pressereferent und PR-Manager. „Google for Jobs“ bezieht dies mit ein und bietet somit passgenaue Angebote.

Mit künstlicher Intelligenz zum neuen Job

Anstoß zur Entwicklung der neuen intelligenten Cloud gab eine Analyse von Google, wonach die Sprache in den Stellenanzeigen häufig nicht mit der der Jobsuchenden übereinstimmt. Die Folge waren lange Suchwege und ungenaue Ergebnisse. Mit „Jobs API“ verspricht Google Abhilfe und eine enorme Erleichterung für den Nutzer: Künftig muss er nicht mehr verschiedene Internetseiten durchforsten und mehrere Berufsbezeichnungen eingeben.

Auf den Leib geschneidert

Dank vieler kostenloser Tools und dem Android-Betriebssystem verfügt Google über enorme Datenmengen. Auf dieser Basis können die Jobangebote noch stärker auf den Nutzer zugeschnitten werden. So ermöglicht die ausgeklügelte Filterfunktion der Cloud eine Sortierung der Jobangebote nach Entfernung zum Wohnort, der Fahrzeit, der Beschäftigungsart oder dem Gehalt.

Mit #Googles #Cloud „Jobs API“ werden #Jobangebote noch stärker auf den #Nutzer zugeschnitten. Klick um zu Tweeten

Revolution oder Evolution?

Die etablierten Stellenportale begrüßen das neue Angebot von Google und sehen darin mehr Chance als Bedrohung. Sie versprechen sich eine höhere Reichweite und einen schnelleren Zugriff auf ihre Ausschreibungen. Google setzt nach eigenen Angaben auf Kooperationen und plant keine eigene Plattform, auf der Unternehmen Jobs veröffentlichen können. Gleichwohl könnten Linkedin, Stepstone und Co. künftig dazu angehalten sein, vermehrt Anzeigen über Google Adwords zu schalten, um ihre Relevanz für die Stellensuchenden zu behalten. Auch Unternehmenswebseiten sollen über „Jobs API“ einbezogen und analysiert werden.

Und was bedeutet das neue Tool von Google für die Personalabteilungen der Unternehmen? In den USA konnten einige Firmen „Google for Jobs“ bereits vorab testen, darunter das Logistikunternehmen FedEx und der Pharmaziekonzern Johnson & Johnson. Beide verzeichneten nach dem Einsatz der Google-Lösung eine Steigerung der Bewerberzahlen um 18%. Das ist nicht verwunderlich, bietet das neue System dem Suchenden doch eine Reihe komfortabler, zeitsparender Erleichterungen. Zudem erhöhen die passgenauen Filter die Bewerberqualität.

Da die meisten Suchvorgänge beim Marktführer beginnen, bietet das mitlernende Cloud-System für Arbeitgeber die Chance, dem Fachkräftemangel mit den Möglichkeiten der Digitalisierung effizient zu begegnen.

Mit „#Google for #Jobs“ dem #Fachkräftemangel effektiv begegnen. Klick um zu Tweeten

Spannende Preisfrage

Interessant dürfte die Frage nach der Sortierung der Suchergebnisse werden: Müssen die alteingesessenen Jobbörsen und die Unternehmen für die Übernahme ihrer Anzeigen und eine Positionierung im oberen Bereich bezahlen? Auf die Preispolitik des Internetgiganten darf man gespannt sein.

Wann „Google for Jobs“ in Deutschland und weiteren Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten startet, ist derzeit noch offen.

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3 Comments

  1. Ein sehr interessantes Thema, ich bin gepspannt, was sich daraus entwickelt.

  2. Ich bin gespannt, wie sich das auf andere Jobbörsen auswirken wird. Wir haben eine App (https://www.jobninja.com/) entwickelt, bei der man sich schnell und einfach per Swipe bewerben kann.

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