Unternehmenskultur

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Künftig werden sich nur agile, selbstlernende Organisationen behaupten können. Mitarbeiter brauchen Freiräume, flache Hierarchien, flexible und mobile Arbeitsformen, davon ist Lutz Stratmann, Geschäftsführer der Demografieagentur, überzeugt. Das bedeutet jedoch, dass sich die Unternehmenskultur mit der Arbeitswelt wandeln muss. Im Interview erläutert er, wie das Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur der Initiative Neue Qualität der Arbeit Betrieben dabei hilft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Was beinhaltet eigentlich Unternehmenskultur? Warum ist eine „gute“ Unternehmenskultur so wichtig?

Die Arbeitswelt wandelt sich gerade fundamental: Wissen, Vernetzung und Kreativität werden zu Schlüsselressourcen. Der digitale und demografische Wandel erfordert eine neue Art der Zusammenarbeit, um als Unternehmen zukunftsfähig zu bleiben. Künftig werden sich nur agile, selbstlernende Organisationen behaupten können. Wir brauchen also eine Art Unternehmenskultur 4.0, die alle Prozesse und Strukturen innerhalb eines Betriebes umfasst. Das heißt eine neue Art der Kommunikation, Führung und der Teamarbeit, die sich durch Kreativität, Empathie und die Fähigkeit des ganzheitlichen Denkens auszeichnen. Dabei ist es ist besonders wichtig, ältere Beschäftigte möglichst lange im Unternehmen zu halten und gleichzeitig neue Mitarbeitende für sich zu gewinnen und zu binden.

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Wie schaffen wir ein besseres Arbeitsklima?

Mitarbeiter brauchen Freiräume, flache Hierarchien, flexible und mobile Arbeitsformen. Eine kreative Atmosphäre sowie eine offene, transparente Kommunikation helfen dabei, Wissen zu verarbeiten, sich zu vernetzen und Innovationen hervorzubringen. Werte müssen offen gelebt und sichtbar sein. Letztlich geht es vor allem darum Vertrauen zu schaffen. Eine solche Unternehmenskultur wirkt letztendlich auch nach außen und entfaltet eine hohe Anziehungskraft für qualifizierte Bewerber.

Mitarbeiter erwarten eine direkte Feedbackkultur sowie eine konstruktive, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Gebraucht werden dafür starke Führungskräfte, die motivieren und begeistern, aber auch loslassen können. Unternehmen müssen agile Strukturen schaffen, um etwa Homeoffice oder „Vertrauensarbeitszeiten“ zu fördern. Dazu gilt es auch, digitale Lösungen wie etwa Chatprogramme oder virtuelle Meetings zu nutzen, um sich auszutauschen und Wissen zu teilen. Coaching- und Mentoringprogramme sind wichtig, um ein lebenslanges Lernen im Unternehmen zu etablieren. Auch der Arbeitsplatz muss Kreativität und Kollaboration erlauben, wo Mitarbeiter konzentriert allein oder spielerisch zusammenarbeiten können, unterstützt durch Whiteboards oder andere interaktive Möglichkeiten.

 

#Werte müssen offen gelebt und sichtbar sein - letztlich geht es darum #Vertrauen zu schaffen. Klick um zu Tweeten

 

Was ist das Audit und wie hilft es Unternehmen konkret bei der Verbesserung ihrer Unternehmenskultur?

Unternehmen müssen künftig mit weniger jungen Fachkräften und mit älteren Belegschaften Antworten auf die großen Herausforderungen wie Digitalisierung und kultureller Wertewandel finden. Nur mit einer Unternehmenskultur, die auf ein vernetztes Arbeiten in flexiblen, altersgemischten Teams setzt, lassen sich diese Herausforderungen langfristig meistern. Das Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur der Initiative Neue Qualität der Arbeit schafft diese Strukturen und hilft Betrieben dabei, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

 

#Unternehmenskultur muss auf vernetztes Arbeiten in flexiblen, altersgemischten Teams setzen! Klick um zu Tweeten

 

Das Audit läuft in zwei Phasen ab: einem Einstiegs- und einem Entwicklungsprozess. Hierzu richten die Betriebe eine betriebsinterne, bunt gemischte Projektgruppe ein, führen eine Mitarbeiterbefragung durch, entscheiden sich für Maßnahmen in den Bereichen Führung, Gesundheit, Diversity sowie Wissen und setzen diese gemeinsam um. Während des Audits steht eine erfahrene Prozessbegleitung zur Seite. Sie gibt Impulse, moderiert den Ablauf und bewertet die Ergebnisse. Der Audit-Prozess dauert maximal 24 Monate. Die Auszeichnung ist dann zwei Jahre gültig. Danach können Betriebe erneut am Audit teilnehmen und sich re-auditieren lassen.

Wichtig dabei ist, die Beschäftigten sind von Anfang eingebunden, wenn es darum geht, nachhaltige Veränderungsprozesse in Unternehmen und Verwaltungen anzustoßen. So werden die Arbeitsbedingungen langfristig verbessert. Es hilft, neuen Herausforderungen der Arbeitswelt wie Demografie und Digitalisierung aktiv zu begegnen und in Zukunft attraktiv zu bleiben. Um qualifizierte Fachkräfte zu binden und zu gewinnen, ist es wichtig, dies auch nach außen zu kommunizieren und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Genau hierfür erhalten Unternehmen die Auszeichnung mit der Abschlussurkunde des Audits. Sie beweist, dass ihnen gute Arbeitsbedingungen wichtig sind und sie und ihre Beschäftigten diese aktiv weiterentwickeln – so können sie ihren Erfolg professionell nach innen und außen kommunizieren.

 

Lutz Stratmann spricht am Dienstag, 19. September 2017, 12.00 – 12.45 Uhr bei den Thementagen der Initiative Neue Qualität der Arbeit auf der Messe Zukunft Personal (Hale 2.1, Eingang Süd) über „Eine Frage der Unternehmenskultur: Wettbewerbsfähig für die Zukunft“ zusammen mit Bejamin Mikfeld, Leiter Grundsatzabteilung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Dr. Alexander Böhne, stv. Abteilungsleiter Arbeitsmarkt, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA), Stefan Adam, Geschäftsführer mageba GmbH sowie Stefan Weis, Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) bietet am Stand (Halle 2.1, S.28) zudem kostenlose Kurzberatungen zum Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ an. Anmeldungen: www.inqa-audit.de/kostenlose-kurzberatung-zum-inqa-audit

 


 

Lutz-Stratmann_Unternehmenskultur

Foto: Lutz Stratmann

Lutz Stratmann, war Minister für Wissenschaft und Kultur von 2003 bis 2010 in Niedersachsen und ist seit September 2014 Geschäftsführer der Demografieagentur für die Wirtschaft, einem von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden gemeinsam gegründeten Beratungsunternehmen. Die Demografieagentur hat das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ im Oktober 2016 übernommen und leitet es nun in den eigenwirtschaftlichen Regelbetrieb.

 

 

 

 

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