Quelle: pexels.com

Quelle: pexels.com

Gelebte Vielfalt im Unternehmen kommt auch bei Bewerbern und Mitarbeitern gut an. Was eine interkulturelle Belegschaft für positive Effekte in einer globalisierten Welt haben kann, lesen Sie im Interview mit Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Hochschule Ludwigshafen und INQA-Botschafterin Chancengleichheit & Diversity.

Wo liegen Chancen einer interkulturellen Belegschaft?

Gelebte Vielfalt macht Unternehmen zukunftsfähig. Viele Unternehmen in Deutschland sind bereits international vernetzt, agieren auf globalen Märkten und exportieren ihre Produkte und Dienstleistungen ins Ausland. Interkulturelle Teams bringen dafür die Kompetenz mit, sich auf andere Kontexte, Gebräuche und Sitten einzustellen und diese zu antizipieren. Vielfältige Teams bereichern Betriebe aber auch nach innen: Sie eröffnen neue Perspektiven, bieten neue Ansätze bei Problemlösungen, erhöhen die Produktivität und auch die Attraktivität für neue Beschäftigte. Mehr Potenziale sichern damit den Unternehmenserfolg.

Gesellschaftliche Vielfalt spiegelt sich in Unternehmen und Institutionen immer deutlicher wieder. Dazu braucht es aber auch den nötigen Freiraum für unterschiedliche Lebensstile und Arbeitsformen, die unser tägliches Zusammenleben und –arbeiten prägen. Denn: Vielfalt ist nicht nur eine kulturelle Frage. Persönliche Eigenschaften wie Alter, Geschlecht, sexuelle Identität, Behinderung, persönliche Weltanschauung oder Religion zählen ebenso dazu wie Bildungs- und Familienstand, die Betriebszugehörigkeit oder die Berufserfahrung.

Gesellschaftliche #Vielfalt spiegelt sich in Unternehmen immer deutlicher wieder. Klick um zu Tweeten
 Welche Hürden gibt es und wie lassen sie sich in der Praxis konkret überwinden?

Die eigentliche Herausforderung liegt oft im Umgang mit Stereotypen. Hier müssen sich Geschäftsleitung und Beschäftigte auch selbst kritisch hinterfragen. Erst wenn alle Akteure innerhalb und außerhalb des Betriebs sich dieser Thematik bewusst sind und für sich Wege aus den Stereotypenfallen gefunden haben, ist das Fundament für Chancengleichheit gelegt.

Kurse, die nicht nur Sprachtraining beinhalten, sondern auch über Land und Leute informieren und Kulturunterschiede näherbringen, helfen dabei. Die Methode der sogenannten Kultur-Kontrast-Assimilation sensibilisiert in einem ersten Schritt für die eigene Kultur, um sich dann in einem zweiten Schritt der anderen Kultur zu nähern. Denn nur wenn man die eigenen kulturellen Hintergründe versteht, kann man den Unterschied zur neuen Kultur wahrnehmen. Das ist die Voraussetzung für eine gelungene Integration.

Entscheidend ist auch, dass sich die Führung ändert: Die moderne Führung eigenständiger und diverser Teams ist nicht mehr hierarchisch, sondern partizipativ organisiert. Mitbestimmung und Selbstorganisation ersetzen „Top-Down“-Entscheidungen. Individuelle Wertschätzung und Selbstverantwortung steigern dabei die Produktivität, sind aber auch ein wichtiger Faktor, wenn es um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz geht.  Zukunftsorientierte Unternehmen denken beim Recruiting in Teams und investieren in deren Entwicklung.

Die moderne #Führung diverser Teams ist partizipativ organisiert #diversity #vielfalt Klick um zu Tweeten
Wie kann man die Mitarbeitenden für kulturelle Unterschiede sensibilisieren und interkulturelle Kompetenz aufbauen? Wie wird die Zusammenarbeit erfolgreich?

Das funktioniert am besten durch zwischenmenschlichen Austausch. Ich halte sehr viel von Partnerschaftsmodellen und Mentorenprogrammen, bei denen langjährige Beschäftigte auf betrieblicher Ebene eine persönliche Beziehung zu den neuen Kolleginnen und Kollegen aufbauen. Das ist aber keinesfalls ein einseitiger Erfahrungsaustausch: Auch der Pate oder Mentor lernt von den Erfahrungen, dem Wissen und den Kompetenzen aus dem jeweils anderen Kulturkreis. Es profitieren also beide Seiten. Auch gemeinsame Aktivitäten etwa wie eine Betriebsfußball-Gruppe sind sehr hilfreich.

Wichtig ist, dass Betriebe dafür auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen und sich vernetzen, um von anderen zu lernen. Eine gute Hilfestellung leistet etwa das Projekt In Arbeit (www.inarbeit.inqa.de). Es bietet Praxisbeispiele und Informationen zu Sprache, Motivation, Führung, Gesundheit, Diversity und Rechtlichem sowie eine praktische Checkliste, um die wichtigsten Fragen zur Einstellung von Geflüchteten und Zusammenarbeit mit vielfältigen Teams zu klären.

 

Themenbotschafterin Prof. Dr. Jutta Rump, Initiative Neue Qualität der Arbeit, Treffen des Steuerkreises mit ausgewählten Vertretern/-innen aus der Initiative und Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen am 15. Mai 2012, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin ------------------------------------------------ [ © (c) Uwe Völkner / FOX F o t o a g e n t u r F O X info@fotoagentur-fox.de Tel: 02266 - 9019 210 Vanitiy: 0700-FotoFoto Mobil: 0171 - 5483 127 Kölner Strasse 20 D-51789 Lindlar / Köln B a n k v e r b i n d u n g Kto 7004 78 102 P o s t b a n k B e r l i n BLZ 100 100 10 Steuernummer: 221/5125/0967 Finanzamt: Wipperfürth USt-IdNr. : DE182602653 Nutzung honorarpflichtig gem. gültiger MFM-Liste]

Prof. Dr. Jutta Rump ist Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Hochschule Ludwigshafen und Botschafterin für Chancengleichheit & Diversity bei der Initiative Neue Qualität der Arbeit.

 

 

 

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on Google+Email this to someone