© Design Offices GmbH

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Design Offices im Gespräch mit Professor Wippermann vom Trendbüro Hamburg

Die Ideen für morgen entstehen nicht in den stereotypischen Büroetagen von gestern. Das haben inzwischen auch die Personaler in den großen Corporates erkannt und suchen deshalb Orte, die ihre Mitarbeiter inspirieren und bei der täglichen Arbeit unterstützen. Gerade für agile Methoden wie Design Thinking, Scrum oder Lean Startup braucht man eine Umgebung die den Horizont erweitert für neue Ideen. Jeder soll den Arbeitsplatz haben, der zu ihm passt. Es geht darum Räume zu schaffen, in denen man sich wohlfühlt, um motiviert und produktiv die besten Ergebnisse zu liefern.
Darüber hinaus spielt auch das Thema Glück am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Welche das ist und was das mit mentaler Fitness zu tun hat erzählt Prof. Wippermann, Mitbegründer des Trendbüro Hamburg und Experte beim Coca Cola Happiness Institute.

Welche Rolle spielt das Glück zukünftig am Arbeitsplatz?

Ich glaube, Glück am Arbeitsplatz spielt eine immer wichtigere Rolle. In der Vergangenheit der Industriekultur war es so, dass man klar unterschieden hat, zwischen Arbeit und Freizeit – das Glück hat man in der Freizeit gesucht, es war schön, wenn man nicht unglücklich war am Arbeitsplatz, aber letzten Endes ging es um Effizienz der Arbeit. Das Modell des Menschen am Fließband ist in den Büros ja nicht unbekannt. In dem Moment aber, in dem wir in eine Welt gehen, wo Ideen das A und O sind, um neue Perspektiven für Unternehmen zu entwickeln und natürlich für die Mitarbeiter selbst, ist es notwendig, dass man Umgebungen schafft, die inspirierend sind, die Stress abbauen, aber vor allem situative Intelligenz zulassen. Dadurch, dass wir nicht mehr bestimmte Prozesse abarbeiten, so wie es unter Experten üblich war, sondern uns immer wieder vernetzen mit anderen Ideengebern und versuchen, neue Lösungen zu finden, ist die Investition in den Raum mit Sicherheit nicht zu vernachlässigen, weil der Raum das leistet, was man von angenehmen Arbeitsflächen oder angenehmen Arbeitssituationen erwartet, und viel bessere Leistungen ermöglicht.

Schlägt sich das Glück der Belegschaft im Profit nieder?

Das tut es auf jeden Fall. SAP kann das sogar messen, das ist natürlich zweifelhaft, aber tatsächlich ist es heute möglich, bestimmte Gesundheitszustände, auch mentale Stresssituationen, zu messen, individuell auszuwerten und anonymisiert auf den Erfolg des Unternehmens zu übertragen.

Es gibt Berechnungen, dass sich Glück auch auf den Profit eines Unternehmens niederschlägt. Klick um zu Tweeten

Streben die Menschen heute mehr nach Glück als früher?

Ich würde diesen Begriff Glück gerne ein wenig untersuchen, es geht ja um Luck und Happiness. Luck ist ja das, was wir in Deutschland leicht mit Glück verbinden, es fällt einem in den Schoss und man muss nichts tun. Happiness bedeutet: Wie gehe ich eigentlich mit meinem Leben um? Wie bin ich ausgeglichen? Und letzten Endes: Wie gehe ich mit Situationen um, die mir bisher unbekannt waren? Ich glaube, wenn wir diesen Begriff übertragen in mentale Fitness, dann hat das sehr viel mehr Sinn, darüber nachzudenken, warum es wichtig ist, in einer inneren Balance zu sein bzw. glücklich zu sein. Weil wir in dem Moment, wo wir Dinge entwickeln oder riskieren wollen, von denen wir nicht sicher sein können, wie sie ausgehen, einen ruhenden Pol in uns selbst brauchen.

Wie können Unternehmen die mentale Fitness ihrer Mitarbeiter stärken?

Ich glaube, das ist wirklich das Zentrale. Früher hat man seine eigene Meinung abgegeben, wenn man die Unternehmenswelt betreten hat, nicht in allen Bereichen, aber in vielen. Heute ist die eigene Meinung das eigentliche Angebot, das wir in eine Firma miteinbringen. Dadurch, dass die sich wiederholenden Prozesse Maschinen übernehmen werden, kommt es eben darauf an zu überlegen, wie wir die neuen Möglichkeiten verknüpfen. Man kann das relativ einfach beschreiben. In dem Moment, in dem wir sagen, die IT-Technologie wird eine Infrastruktur sein, die eine technische Konnektivität voraussetzt, um überhaupt als Unternehmen am Wirtschaftsleben teilzunehmen, ist die kulturelle Konnektivität – also wie geht man miteinander um, wer ist man, wie will man reagieren, was bietet man eigentlich an – die wichtigste Aufgabe.

Was halten Sie vom Chief Happiness Officer beim amerikanischen Unternehmen Zappos?

Da muss man sehen, wie Zappos einstellt: Zappos macht, glaube ich vier Wochen einen Kennenlernkurs und zahlt den Leuten nach zwei Wochen 3.000 Dollar, wenn sie aufhören. Da haben sie den Ansatz: Wir suchen Leute, die Spaß haben, in unserer Denkweise zu arbeiten und letzten Endes zu leben, und jeder, der nur hier ist, um Kohle zu machen, den brauchen wir nicht. Und es ist wirtschaftlich tragbar, es ist vielleicht nicht übertragbar in andere Bereiche, aber trotzdem ist es interessant.

Braucht jedes Unternehmen einen Chief Happiness Officer?

Das halte ich für relativ übertrieben. Aber sich damit beschäftigen, wie hoch Stresspegel und innere Emigration sind, wäre schon ganz gut.

Nicht jedes Unternehmen braucht einen Chief Happiness Officer, aber Unternehmen sollten sich mit hohen Stresspegeln auseiandersetzen. Klick um zu Tweeten

Laut einer Studie werden bald 40 % aller Arbeitenden in den USA Projektarbeiter oder Freelancer sein. Wird das bei uns ähnlich aussehen?

Wir haben im Moment eine gespaltene Welt. Es gibt diejenigen, die dieses Szenario für absolut wahrscheinlich halten, auch unter dem Einzug von künstlicher Intelligenz und Deep Learning, also der Automatisierung von sich weiterbildenden IT-Systemen oder Algorithmen. Auf der anderen Seite gibt es die Gegengruppe, die sagt, es hat schon immer Veränderungen gegeben und die Jobs werden verschwinden, die Arbeit aber nicht.

Manche behaupten, dass der Prozess im Moment viel radikaler ist und viel disruptiver als das, was wir kennen.

Das ist sicherlich so, weil die Gleichzeitigkeit der Entwicklungen in allen Branchen und in der gesellschaftlichen Alltagsstruktur in einer Geschwindigkeit vonstattengeht, die eben viele überfordert. Viele können sich gar nicht vorstellen, dass sie selbst betroffen sind.

 

Quelle: Design Offices

Quelle: Design Offices

Wie verändern sich die Arbeitsplätze bei uns konkret?

Also, wenn man die Neubaukonzepte großer Unternehmen anschaut, haben sie immer weniger Arbeitsplätze als Mitarbeiter, das ist stillschweigend zur Norm geworden. Etwa ein Drittel hat keinen festen Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass ein Großteil, vor allem der innovativen Menschen, von unterwegs tätig ist. Ich glaube, der Begriff Home-Office ist historisch überlebt, denn wenn man von unterwegs aus mit dem Smartphone interagiert, arbeitet man ja auch. Die Flexibilisierung der Arbeit ist etwas, das jedem vertraut ist, in unterschiedlicher Intensität.

Können Skype und Co. den Kaffeeklatsch im Unternehmen ersetzen, wo bleibt das Soziale?

Menschen bleiben nach wie vor Wesen aus Fleisch und Blut, eben soziale Wesen. Sich zu treffen ist etwas Kostbares geworden, etwas außerordentlich Intensives. Die sozialen Netzwerke simulieren das durch Fernanwesenheit, das ist eher so ein medialer Beweis, dass man noch weiß, ob man noch dazugehört. Wenn wir wirklich ein bisschen nach vorne gucken, können wir uns vorstellen, uns tatsächlich in Virtual-Reality-Räumen zu treffen und mit Avataren zu interagieren. Was interessant ist: Wie kriegt man die Intensität hin, mit einer Gruppe etwas zu machen, um dann auseinanderzugehen und eigene Initiativen zu entfalten, die mit der Gruppe weiter ausgetauscht werden. Das Agieren in der ersten und zweiten Wirklichkeit wird in absehbarer Zeit ein spannendes Thema sein.

Sie sind der Gründer des Trendbüros, wie haben Sie sich eigentlich eingerichtet in Ihrer Arbeitswelt?

Ich bin ja nun mit Sicherheit jemand, der am Ende seiner Arbeitswelt steht, es nach wie vor liebt zu arbeiten, weil ich das, was ich tue, außerordentlich spannend und interessant finde. Ich glaube, das gibt aber einen Hinweis, was meine Haltung angeht. Wenn man etwas wirklich gerne macht, dann ist der Begriff Arbeit auch eingeschränkt zu nutzen. Natürlich ist es anstrengend, etwas zu tun, aber es gibt auch eine innere Befriedigung und es gibt Glücksmomente in der Tätigkeit, die man ausübt.

 


 

Design Offices präsentierte sich vom 19. bis 21.9.2017 erstmalig auf der Zukunft Personal 2017 in Köln, Europas innovativster Fachmesse für Personalmanagement. Michael O. Schmutzer (Gründer & CEO Design Offices) fungierte hier als Kurator der „Meet the Blogger“ Lounge, wo er gemeinsam mit seinem Team auf 270 qm moderne Arbeitswelten erlebbar machte.

Neben Räumen zu schaffen,  in denen man sich wohlfühlt, um motiviert und produktiv zu arbeiten spielt Flexibilität, Infrastruktur und Verfügbarkeit eine wichtige Rolle – insbesondere, wenn es um temporäre Projektteams geht. Hier setzt das Konzept von Design Offices an. In den mehr als 15 Standorten deutschlandweit finden Unternehmen passgenaue Büro- und Coworking Flächen, voll ausgestattet und mit umfangreichem Service. Kombiniert mit modernen Meeting- und Workshop-Räumen sowie spektakulären Eventflächen findet man hier für jeden Bedarf des täglichen Arbeitens den passenden Raum.

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