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Schlaf gut, Kollege! Ausgeruhte Mitarbeiter als Wettbewerbsvorteil

Schlaf gut, Kollege! Ausgeruhte Mitarbeiter als Wettbewerbsvorteil

Quelle: pixabay.com

Jeder vierte Berufstätige in Deutschland schläft zu wenig, drei von zehn Beschäftigten schlafen nur mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht. Besonders unregelmäßige Arbeitszeiten und Schichtarbeit rauben vielen Deutschen den Schlaf. Das sind die Ergebnisse der repräsentativen Studie „Schlaf gut, Deutschland“, die die Techniker Krankenkasse (TK) im November 2017 veröffentlicht hat.

Es besteht demnach Handlungsbedarf, denn dauerhaft zu wenig Schlaf macht krank. Arbeitgeber können hier im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) viel für ihre Mitarbeiter leisten – und einen Win-win-Effekt erzielen. Schließlich sind ausgeschlafene Mitarbeiter auch leistungsfähigere Mitarbeiter. Die Devise lautet also: Genug Schlaf für alle!

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Müdigkeit macht krank

Doch was heißt eigentlich zu wenig Schlaf, wie viele Stunden sind ausreichend? Ein einheitliches Zeitpensum für alle gibt es nicht, da die erforderliche Schlafmenge individuell ist. Trotzdem gibt es Ober- und Untergrenzen, die je nach Lebensphase erheblich variieren können: Während Neugeborene gemäß den Richtlinien der US-amerikanischen National Sleep Foundation noch 14-17 Stunden Schlaf benötigen, liegt die Untergrenze bei Erwachsenen bis zum Alter von 65 Jahren bei sechs Stunden, empfohlen werden 7-9 Stunden. Bei älteren Menschen reichen auch fünf Stunden Schlaf täglich aus.

Die Folgen von zu wenig Schlaf sind gravierend: Das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) zählt zu den negativen Auswirkungen beispielsweise das steigende Risiko für Übergewicht, Diabetes und Depressionen sowie eine geringere kognitive Leistungsfähigkeit. Laut der TK-Schlafstudie lassen sich oftmals keine simplen Ursache-Wirkungs-Formeln aufstellen. Aber sicher ist: Wer gesund ist, schläft besser. „Schlechtschläfer“ leiden weitaus häufiger unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, Erschöpfung, Bluthochdruck oder Nervosität. Laut DAK-Gesundheitsreport 2017 nehmen die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen ebenfalls zu.

Beruflicher Stress raubt Beschäftigten den Schlaf

Die TK-Schlafstudie zeigt, dass die Arbeitsbedingungen große Auswirkungen auf die Schlafqualität haben: Beruflicher Stress bringt 39 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland regelmäßig um den Schlaf. Besonders groß sei der Stress, wenn Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden müssen. Außerdem bereite vier von zehn Schichtarbeitern die Umstellung der Pläne Schlafprobleme.

Der DAK-Gesundheitsreport 2017 kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Wer zum Beispiel häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeite, steigere das Risiko, die schwere Schlafstörung Insomnie zu entwickeln. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten in diesem Zusammenhang als wichtige Risikofaktoren.

Was kann der Arbeitgeber tun, um ein gesundes Schlafpensum für seine Mitarbeiter zu erreichen? Eine ganze Menge! Denn wer die Ursachen kennt, kann diese direkt angehen, beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten und die Senkung des Termin- und Leistungsdrucks.

In Bezug auf die höhere Beanspruchung der Mitarbeiter durch Schichtarbeit empfiehlt die TK-Studie ergonomische Schichtsysteme mit vorwärtsrotierenden Schichten und ausreichend langen Freizeitblöcken, Kinderbetreuungsmöglichkeiten und auf Schichtpläne ausgerichtete Shuttleservices.

Powernapping fördern!

Und was spricht gegen ein geduldetes, wenn nicht sogar gefördertes Mittagsschläfchen? Schon in den achtziger Jahren haben die Programmierer im Silicon Valley die kurzen Nickerchen zwischendurch zur Leistungssteigerung genutzt und den Begriff „Powernapping“ geprägt. Allerdings stellt das Nickerchen keinen Ersatz für den nächtlichen Schlaf dar. Laut TK-Schlafstudie empfehlen Gesundheitsexperten Powernapping vor allem denjenigen, die ansonsten nicht auf sieben Stunden Schlaf am Tag kommen. Der beste Zeitpunkt für ein Powernapping ist übrigens nach dem Mittagessen, damit kommt man dem im Volksmund als „Suppenkoma“ bezeichneten Tief zuvor. Für die empfohlenen 10 bis 20 Minuten Nickerchen am Arbeitsplatz können Unternehmen spezielle Ruheräume einrichten.

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Schlafen lernen

Auch das IFBG bietet eine Fülle an Möglichkeiten an, um in Unternehmen auf den Stellenwert von Schlaf aufmerksam zu machen und die Mitarbeiter beim „richtigen“ Schlafen zu unterstützen: Von Schlafberatungen über Guerilla-Aktionen an Gesundheitstagen bis hin zur internen Ausbildung zum Schlafberater.

Tipps und Tricks für gesunden Schlaf

Aber ausreichend und gut schlafen ist nicht nur Aufgabe des BGM, sondern jedes einzelnen Mitarbeiters. Die TK-Schlafstudie zeigt: Viele Schlafstörungen verursachen die Betroffenen selbst. Sie schlafen zu kalt oder zu warm, essen abends zu spät oder zu schwere Mahlzeiten oder können aufgrund von koffeinhaltigen Getränken nicht einschlafen. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks lässt es sich wieder besser schlafen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin stellt dazu unter anderem folgende Regeln der sogenannten „Schlafhygiene“ auf: Jeden Tag um die gleiche Uhrzeit aufstehen, nur schlafen gehen, wenn man wirklich müde ist und vier Stunden vor dem Zubettgehen keine koffeinhaltigen Getränke oder Medikamente mehr einnehmen. Außerdem sollten Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, nachts nicht auf die Uhr sehen.

Auch digitale Lösungen können helfen, den Schlaf zu verbessern. Es gibt immer mehr Apps, die den Schlaf überwachen, auswerten und dann den individuell besten Aufstehzeitpunkt ermitteln. Laut der IFBG-Studie #whatsnext 2017 (in Kooperation mit der TK und dem Personalmagazin) wird der Einsatz solcher Gesundheits-Apps, Wearables und Gesundheitsportalen innerhalb der nächsten fünf Jahre deutlich an Bedeutung gewinnen.

Die Führungskräfte sind gefragt

Obwohl die TK-Schlafstudie und zahlreiche weitere Forschungsergebnisse belegen, dass ausreichend Schlaf ungemein wichtig für die Gesundheit ist, hat Schlaf gerade unter Führungskräften nach wie vor einen schlechten Ruf. Viele Top-Manager brüsten sich damit, mit ein paar Stunden Schlaf täglich auszukommen. Dabei wird laut der #whatsnext-Studie gesundes Führen als wichtigstes Thema der Führungskultur in fünf Jahren erachtet.

Dazu gehört auch der Teilbereich Schlaf und Erholung. Nur wenn ausreichend Schlaf auch von den Personalverantwortlichen vorgelebt und gefördert wird, lassen sich die vorgestellten Maßnahmen tatsächlich erfolgreich umsetzen.

Übrigens: Dieses Jahr fällt der Weltschlaftag („World Sleep Day“) auf den 16. März. Vielleicht ein guter Anlass, um im Unternehmen auf Schlaf als Wettbewerbsvorteil aufmerksam zu machen?

Dieses Jahr fällt der Weltschlaftag („World Sleep Day“) auf den 16. März. Vielleicht ein guter Anlass, um im Unternehmen auf Schlaf als Wettbewerbsvorteil aufmerksam zu machen? Klick um zu Tweeten

Mehr Informationen auf der CHC

Auf der Corporate Health Convention vom 24. bis zum 25. April in Stuttgart rückt das Thema Schlaf und Erholung als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen in den Fokus: Dr. Fabian Krapf vom IFBG wird als Keynote-Speaker zum Thema „Gute Nacht, Arbeitswelt! Schlaf und Erholung als Zukunftsthema des BGM“ referieren.

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1 Comment

  1. Hallo zusammen. Vielen Dank für diesen spannenden und wichtigen Artikel. Auch ich habe jahrelang unter Schlafstörungen gelitten und konnte deshalb mein volles Potenzial im Beruf nicht ausschöpfen. Viele Dinge habe ich ausprobiert, nichts wirklich hat geholfen. Ein Freund, der an der Sporthochschule Köln studiert, hat mir dann den Tipp des AIVI Soundkissens gegeben. Das wurde dort getestet und für gut befunden. Das Kissen verfügt über eine Soundleiste, auf die ich mir via App meine Lieblingslieder laden kann. Dann werden mittels des auditiven Stimulationsverfahrens meine Schlafphasen optimiert und so schlafe ich schnell und gesund ein. Seit ich das Kissen benutze, schlafe ich täglich besser.

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